Katarakt | Grauer Star
Häufig gestellte Fragen
Um auf das Tragen einer Brille zu verzichten, gibt es zwei Möglichkeiten:
- Ein Auge wird für die Ferne und eins für die Nähe eingestellt (Monovision).
- In beide Augen werden multifokale Intraokularlinsen implantiert (Multifokale Trifokallinsen).
Beiden Verfahren liegt eine hohe Wahrscheinlichkeit zu Grunde, dass Sie nach der OP keine Brille mehr tragen müssen. Multifokale Intraokularlinsen führen in den meisten Fällen zu einem guten Sehen ohne Brille (für die Ferne, den Intermediärbereich und die Lesedistanz). Ca. 30 % der operierten Patienten benötigen anschließend eine leichte Brillenkorrektur. Ob Sie und Ihre Augen geeignet sind, besprechen Sie bitte bei der Voruntersuchung.
Am ersten Tag nach der OP ist der Seheindruck wahrscheinlich ungewohnt und nicht optimal. Da sich Ihr Gehirn an die neuen visuellen Eindrücke erst noch gewöhnen muss, ist das völlig normal.
Patienten mit multifokalen IOL durchlaufen im Normalfall eine Eingewöhnungsphase und erleben in den Wochen nach der OP eine kontinuierliche Verbesserung. Dabei sind leichte Schwankungen im Sehvermögen normal. Bis die vollständige Sehverbesserung eintritt, kann es mehrere Wochen dauern. Geben Sie sich und Ihren Augen deshalb ein bisschen Zeit.
Eine multifokale IOL projiziert mehrere Bilder auf die Netzhaut. Ihr Gehirn verwendet diese, um Objekte in unterschiedlichen Entfernungen zu erkennen. Es muss erst lernen, jene Sehinformationen auszuwählen, welche benötigt werden, um das Bild eines Objektes in naher, mittlerer oder weiter Distanz zu erzeugen. Diese Anpassungsphase ist bei jedem Patienten anders. Der Prozess kann durch eine positive Grundeinstellung beschleunigt werden.
Bei allen multifokalen IOL können nach der Operation bestimmte optische Beeinträchtigungen auftreten. Diese sind möglicherweise bei schlechten Lichtverhältnissen, z. B. beim nächtlichen Autofahren, stärker ausgeprägt. Um entgegenkommende Fahrzeugscheinwerfer oder Straßenlaternen können kreisrunde Lichthöfe wahrgenommen werden, die allgemein als "Halos" bezeichnet werden. Diese Effekte werden mit der Zeit schwächer und weniger störend. Auch hier kann eine positive Einstellung den Prozess beschleunigen.
Während der Katarakt-OP wird eine Retrobulbäranästhesie (Betäubungsspritze hinter dem Auge) angewandt und zum Austausch der Linse Schnitte am Auge vorgenommen. Dies kann nach der OP zur Herabsetzung der Empfindlichkeit der Hornhaut und einer damit verbundenen Verminderung der Tränenproduktion führen.
Dieses Trockene-Augen-Gefühl (Sicca-Symptomatik) kann mit einem Tränenersatzmittel behandelt werden, welches Sie in jeder Apotheke erwerben können. Dabei gibt es unterschiedlichste Präparate mit verschiedenen Wirkstoffen. Eine Auswahl fällt häufig schwer. Lassen Sie sich daher von Ihrem Augenarzt untersuchen und beraten, gleichfalls um eine Bindehautentzündung sowie andere Ursachen auszuschließen. Hilfreich ist eine differenzierte Diagnostik in unserem Tränenlabor.